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  • Milchziegenrassen

    Die typische Milchziege Österreichs ist die Saanenziege. Wie alle Milchziegenrassen bringt sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht eine überdurchschnittliche Milchleistung hervor. Milchziegen sind eher großrahmig und ihr Stoffwechsel ist speziell auf die Umsetzung von Nahrungsenergie in Milch ausgerichtet. Bei der Zucht wird neben der Milchmenge auch auf die hochwertigen Inhaltsstoffe und ein gut ausgeprägtes Euter geachtet. Die Milch der Ziegen enthält überdurchschnittlich viele Spurenelemente wie Kupfer und Zink und ist reich an Mineralstoffen wie Calcium und Magnesium. Wie alle Ziegenrassen sind auch die Milchziegen sehr wählerische Fresser, was sich im feinen Geschmack der Ziegenmilch niederschlägt. Die spezialisierten Milchziegenrassen können besonders auf intensiven Grünlandstandorten beachtliche Leistungen erbringen.

    Beschreibung

    Braun mit schwarzer Unterseite, schwarzen Beinen vom Sprunggelenk bzw. Vorderknie abwärts, schwarzem Aalstrich entlang der Mittellinie des Rückens. Schwarzem Schwanz und schwarzen Abzeichen am Kopf. Mittel- bis großrahmig mit enganliegenden glatten Haar. Hornlos und gehörnt.

    Herkunft

    Sie kann auf lokale Schläge in der Schweiz, die in Färbung und Zeichnung die der heutigen Form entsprachen, zurückgeführt werden. Diese waren jedoch klein und gedrungen, sowie mit einem „Wilden Aussehen“ und sollten noch die Spuren des frühesten Urstammes des urschweizerischen Ziegenschlages an sich tragen.

    Zuchtziel

    - Erhaltung der genetischen Variabilität.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 167%

    - Hornung: hornlos und gehörnt

    - Milchleistung: Milchkilogramm österreichweit: 796 bei 3,5% Fett und 2,99% Eiweiß

    - Erstlammalter: 10 Monate

    Beschreibung

    Im Körperbau und in der Veranlagung ähnelt die Bunte Edelziege sehr stark der Weißen Edelziege, ist jedoch etwas kleinrahmiger und feinknochiger.

    Der Hauptunterschied zwischen den Rassen besteht in der Farbe: Sie ist in der Regel reh- bis kastanienbraun mit einem mehr oder weniger breiten schwarzen Aalstrich am Rücken und einer schwarzen Stirn. Beine und Bauch variieren von hell bis schwarz.

    Herkunft

    Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren in allen Gegenden Deutschland neben anderen Farbvarianten braun-getönte Ziegen vorhanden.Erst Anfangs des 20. Jahrhunderts wurden oft in kleinen Gebieten Ziegen einheitlicher Färbung und ausgeglichenen Typs gehalten.

    Im Jahre 1928 fasste der Reichsverband „Deutscher Ziegenzuchtvereinigungen“ den Beschluss alle farbigen Ziegenschläge unter der Einheitsbezeichnung „Bunte Deutsche Edelziege“ zusammen zu fassen um eine größere Zuchtbasis zu erhalten.

    Zuchtziel

    - Verbesserung der Widerstandsfähigkeit und der Milchleistung.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 178%

    - Hornung: hornlos und gehörnt

    - Milchleistung: Milchkilogramm österreichweit: 720 bei 3,3% Fett und 2,9% Eiweiß

    - Erstlammalter: 10 Monate

    Beschreibung

    Reinweiß, kurzhaarig, häufig am ganzen Körper Pigmentflecken die jedoch nur die Haut und nicht die Haare betreffen. Sie sind besonders an den schwach behaarten Körperteilen als Kopf und Euter erkennbar. Zumeist hornlos.

    Sehr gute Milchleistung die zum Großteil aus wirtschaftseigenem Futter erzielt werden kann. Tiefe flankige Tiere mit langem Körper werden angestrebt.
    Verbreitung: Schweiz und in weiteren 14 europäischen Ländern

    Herkunft

    Wurde bereits im 19. Jahrhundert recht einheitlich auf weiße Farbe, kurzes Haar und Hornlosigkeit gezüchtet. Galt schon damals als vorzügliche Milchziege und wurde in zahlreichen Ländern exportiert. Sie stammt ursprünglich aus dem Saanenland und dem Obersimmental (Kanton Bern). Bekannteste Milchziegenrasse.

    Zuchtziel

    - Verbesserung der Widerstandsfähigkeit und der Milchleistung.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 183%

    - Hornung: hornlos und gehörnt

    - Milchleistung: Milchkilogramm österreichweit: 830 bei 3,1% Fett und 3,1% Eiweiß

    - Erstlammalter: 10 Monate

    Beschreibung

    Groß und kräftig gebaute Ziege, kurzer Kopf mit extrem geramsten Nasenrücken, tief angesetzte Hängeohren, die über das Maul hinunterreichen. Häufig etwas überbaut oder leichter Senkrücken. Muskulöse Beine – kräftige Fesseln.

    Kugeleuter mit wenig ausgeprägtem Voreuter. Dünnhaariges seidig glänzendes Fell – Farben: schwarz, braun, grau, gelblich und weiß in nahezu jeder Kombination. Meist hornlos.

    Herkunft

    Ende des 19. Jahrhunderts wurde für jede Ziege aus dem nahen, mittleren und fernen Osten der Ausdruck – Nubisch verwendet.

    Die Rasse geht zurück auf die Jumna-Pari-Rasse in Indien und die Zairaibi-Rasse in Ägypten. Erste Tiere kamen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts als Milchlieferanten nach England. 1910 wurde in England das Herdebuch für diese Rasse eröffnet und im Verlauf der Zeit eine entsprechende Selektion auf höhere Milchleistung und Hornlosigkeit druchgeführt.

    Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 200%

    - Hornung: hornlos

    - Milchleistung: Milchkilogramm österreichweit: 750 bei 4,5% Fett und 4,0% Eiweiß

    - Erstlammalter: 10 Monate

    Beschreibung

    Hellbraun bis mausgrau mit hellbraunen Ohren und helleren Streifen vom Ohrgrund bis zum Maul und weißer Umgebung des Maules. Die Beine sind vom Sprunggelenk und Vorderknie abwärts sowie die Hinterseite des Oberschenkel und die Umgebung von After und Scheide ebenfalls fast weiß.

    Sie ist meistens langhaarig, vor allem der hinteren Körperhälfte (Mantel), wobei aus Hygienegründen die Zucht zur Kurzhaarigkeit tendiert. Sowohl gehörnt als auch hornlos.

    Herkunft

    Alte lokale Rasse. Wird bereits 1802 erwähnt. Kam zunächst nur in Toggenburg im Karton St. Gallen (Schweiz) vor, bis sie sich langsam ihr heutiges Zuchtgebiet eroberte und international geschätzt wurde.

    Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 183%

    - Hornung: hornlos und gehörnt

    - Milchleistung: Milchkilogramm österreichweit: 650 bei 2,7% Fett und 2,5% Eiweiß

    - Erstlammalter: 10 Monate

    Gebirgsziegenrassen

    Die Gebirgsziegen stellen in Österreich die größte Gruppe der Ziegen. Ziegen sind naturgemäß sehr trittsicher und wahre Kletterkünstler, was sie für ein Leben in alpinen Regionen geradezu prädestiniert. Durch ihr geringes Gewicht und die kleinen, harten Klauen können sie noch in Höhenlagen grasen wo Rinder und sogar Schafe nicht mehr hinkommen. Sie erfüllen dadurch eine wichtige Funktion bei der Pflege und der Erhaltung der Kulturlandschaft in Österreich, indem sie vor allem Strauchwerk verbeißen und die Ausbreitung des Waldes hintanhalten. Das Erscheinungsbild der Gebirgsziegenrassen ist mitunter sehr unterschiedlich, was sie zu einer besonderen Rassegruppe macht. Einige dieser Rassen sind inzwischen sehr selten geworden, weshalb sie in Erhaltungszuchtprogrammen betreut werden.

    Die Passeirer Gebirgsziege ist die bodenständige Rasse Südtirols und wird vorwiegend im Passeiertal, Schnalstal, Sarntal und Eisack - Wipptal gehalten.

    Rahmen
    mittelgroß mit gestrecktem, geraden Rücken; flaches langes und breites Becken; tiefe Brust.


    Gewicht
    weibliche ausgewachsene Ziegen : rund 60 Kg Lebendgewicht; ausgewachsene Böcke: rund 75 Kg LG.


    Kopf und Hals
    mittelkurzer Hals in harmonischer Abstimmung mit dem Körper; kurzer und breiter Kopf; hohles Nasenbein. Behornt.
    Die Hörner leicht nach außen geschwungen, nach hinten obligatorisch offen. Bart erwünscht, beim Bock obligatorisch.
    Um der I. Klasse zu entsprechen, sind zwei gleiche Mandeln (Mengilen) in gleicher Höhe, Länge und Farbe Voraussetzung, ist dem nicht so, spricht man von „ gescheckt“.
     

    Euter
    gut aufgehängt; straffes, langes, und breites Euter, Zitzen kompakt und nicht zu lang. Körperbau und „Euter“ der Ziege müssen einwandfrei sein. So wie beim Bock der Hoden.
     

    Fell und Farbe
    das Fell sollte kurzhaarig sein; Langhaar wird toleriert. Die Farbausprägung bei den Stutzen muß immer einheitlich paarweise gleich sein.
    Bevorzugt werden Ziegen mit Bart, sowie kurzhaarige Ziegen („ borschtige“). Es werden auch Langhaarige „ zottelte“ akzeptiert.
    Diese Bestimmungen gelten auch für die Böcke.
    Alle Schläge „ganzelt liecht" oder „verbrennt" müssen gleichmäßig sein. Flanken dürfen heller sein, auch weiß oder verbrennt, müssen aber beidseitig gleich auftreten.
    Es sollen immer beide Vorderfüsse, oder beide Hinterfüsse gleich in der Farbe sein. Bei ungleicher Farbausprägung spricht man von „ gescheckt".
    Von der Kommission sollen alle Farbarten gleich angesehen werden: alle „ ganzelt liecht“ oder „verbrennten“, alle „stroleten“, „blobe“, schwarze „brantl“, grieselte“ rote und gelbe.
    Am Kopf können „strahlen“ und ein Stern auftreten.
    Einfarbige Ziegen müssen am ganzen Körper gleich ausgefärbt sein: vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Das heißt, daß auch die Spitze der „Schnalle“ dieselbe Farbe wie der Rest der
    Ziege haben soll. Nur am Kopf sind „Strahlen“ oder ein Stern erlaubt.
     

    - SCHWARZGANZET - LIECHTGANZET
    Die Farbausprägung bei zweifärbigen Tieren (z. B schwarzganzet, liechtganzet) muß gleichmäßig sein. Flanken dürfen heller sein, auch weiß, müssen aber beidseitig gleich auftreten.
    Es sollen immer beide Vorderfüsse oder beide Hinterfüsse gleich in der Farbe sein. Bei ungleicher Farbausprägung spricht man von „gescheckt“. Diese Bestimmungen gelten
    auch für männliche Tiere. Am Kopf können Strahlen und ein Stern in der Stirnmitte auftreten. Der Aalstrich muß durchgehend, darf aber auch heller, stichelhaarig sein.
    Der Sattel ist schwarz und bündig. Nicht erlaubt ist, wenn der Kamm eine Handbreit unterbrochen wird.
     

    - SCHWARZSTRAHLET
    Am Kopf sind ein Spiegel oder Strahlen erlaubt. Ein dunkler Strich vom Knie bis zur Klaue darf vorkommen - weiß dürfen die Füsse nur bis zum Knie sein.
    Es gilt, daß die Füsse immer Paarweise gleich sein müssen. Nur die Bauchunterseite darf weiß sein.
     

    - VERBRANNTGANZET
    Die Haut der Lippe darf weiß sein - nicht erlaubt sind weiße Haare an den Lippen oder weiße Flecken. Man muß aber unterscheiden zwischen weißen Haaren und einer helleren Haut durch
    eine Verletzung. Weiße Haare bei den Klauen sind erlaubt, aber nur Paarweise. Hellere Flächen (Roslein) bei einheitlich weißem oder verbranntem Kopf sollen in der Größe
    übereinstimmen mit den helleren Flächen am Unterkiefer. Wichtig ist , daß wenn die Hauptfarbe einer Ziege verbrannt ist, so dürfen keine Weißen Haare mehr vorkommen.
     

    - BLOBE, GRIESLIG, LIECHTE
    Diese Farbschläge werden akzeptiert. Die Ziege soll einheitlich „blob" mit einem typischen Spiegel hinten sein.
     

    - SCHIMMELT
    Eine schimmelte Ziege muß gleichmäßig, einheitlich gefärbt bez. stichelhaarig sein. „Schimmelhosete“ Ziegen müssen gleichmäßig einheitlich gefärbt oder stichelhaarig sein.
    Nur die Bauchunterseite darf weiß sein. Die Haut der Lippe darf weiß sein. Nicht erlaubt hingegen sind weiße Haare an den Lippen oder weiße Flecken.
    Man muß unterscheiden zwischen weiße Haare und einer helleren Haut durch eine Verletzung. Weiße Haare bei den „Klauen“ dürfen sein, aber nur Paarweise.
    Ein dunkler Strich vom Knie bis zur Klaue darf vorkommen.
     

    - EINFÄRBIGE
    Einfärbige Ziegen müssen am ganzen Körper gleich ausgefärbt sein, vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Das heißt, daß auch die Spitze der Schnalle dieselbe Fellfarbe wie die gesamte
    Ziege haben soll. Sie dürfen nicht am Kopf schimmelt (stichelhaarig) sein.
    Bei den einzelnen Farbausprägungen ist folgendes Vorraussetzung:

    • Ein Stern auf der Stirn wird geduldet, er muss einheitlich, nicht zweigeteilt sein, und er darf nur bis zum Wirbel vordringen. Ist auch der Wirbel hinter den Hörnern mit
      dem Stern verbunden spricht man von „schecket“.
    • Auf der Schwanzunterseite können hellere Haare vorhanden sein, nur auf der Oberseite dürfen an der Schwanzspitze keine weißen Haare vorhanden sein.
    • „Schimmelgoschete“ werden bei gleichmäßiger Ausprägung der Farben geduldet.
     

    BEURTEILUNG:
    Es soll bei jeder Ausstellung oder Versteigerung die Ziege oder der Bock so beurteilt werden, wie sich das Tier zu dieser Zeit präsentiert.
    Für die Leistungsklasse I (LK I): im Alter von 2 Jahren muß die Ziege 1 mal gekitzt haben. Danach darf sie aussetzen, aber nie zwei Jahre hintereinander.

    Beschreibung

    Die Blobe Ziege ist eine alte Gebirgsziegenrasse der Nord- und Südtiroler Grenzregion. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet erstreckte sich über den gesamten Nord- und Südtiroler Alpenhauptkamm.

    Die Forcierung „moderner“ Leistungsrassen führte jedoch beinahe zum Verschwinden dieser äußerst attraktiven Ziegenrasse. Nur in einzelnen Regionen Nord- und 
Südtirols konnte sich die Blobe Ziege dank ihrer besonderen Eigenschaften (Hochgebirgstauglichkeit, Genügsamkeit bei guter Bemuskelung) halten.


    Heute findet man die Blobe Ziege in Österreich noch in Restbeständen im Ötztal sowie im oberen Inntal. In Österreich und Südtirol stand das Vorkommen der Bloben Ziege bis vor kurzem vor seiner Auslöschung.


    Arche Austria hat sich dieser alten Tiroler Gebirgsziegenrasse angenommen und eine Rettungsaktion ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit dem Tiroler Ziegenzuchtverband soll eine planmäßige Erhaltungszucht aufgebaut werden. Der Bestand beschränkt sich in Österreich derzeit auf rund 35 Zuchttiere (Stand 1/2008).


    Wie der Name „Blobe“ (tirolerisch „blau“) treffend beschreibt, weist die Ziege eine blaugraue über silbergrau bis dunkelgraue Grundfarbe auf.
Der Körper besitzt eine homogene Farbzeichnung ohne scharf abgegrenzte Übergänge oder Flecken. Rassetypische Tiere weisen am gesamten Körper keine weißen, braunen oder roten Farbpartien bzw. Farbstiche auf - charakteristisch ist ein dunkler Aalstrich am Rücken. Die Beine sind dunkelgrau bis schwarz gezeichnet. Das Gesichtsfeld trägt die Farbe der Mantelzeichnung mit meist dunkelgrauen Bereichen sowie in der Regel einen hellen Schopf auf der oberen Stirnpartie.

    Eigenschaften

    Widerristhöhe: Bock 70 - 90cm / Geiss 70 - 85cm

    Gewicht: Bock 65 - 85kg / Geiss 45 - 75kg

    Sehr kräftiger robuster Körperbau mit überdurchschnittlicher Bemuskelung für eine Gebirgsziegenrasse (breites Becken und breiter Rücken). Genügsame und sehr widerstandsfähige Hochgebirgsziegenrasse; die Tiere werden regional nahezu das gesamte Jahr im Freien gehalten.

    Beschreibung

    Sie ist eine großrahmige, ausschließlich gehornte Gebirgsrasse mit kräftigem Fundament.

    Die Farbe der Tier ist kastanienbraun mit schwarzen Aalstrich und schwarzen Abzeichen am Kopf. Beine und Bauch sind ebenfalls schwarz.

    Die hochaufsteigenden Hörner, die nicht nach außen gedreht sind, sind für die Rasse typisch. Sehr robust und anpassungsfähig bei mittlerer Leistungsveranlagung und sehr guter Euterrückbildung im Herbst.

    Herkunft

    Die Rasse war ursprünglich in allen Alpenländern heimisch und wird heute noch in Österreich gezüchtet. Sie ist eine autochthon im Pinzgau gezogene Gebirgsrasse.
    Wegen der guten Anpassungsfähigkeit wurde sie von den Gebirgsbauern zur Milcherzeugung gehalten.

    Sie zeigt noch Verhaltensweisen von einer Wildziege (versteckt die Kitze, steigt am Abend aufwärts und sucht ein sicheres Nachtlager).

    Zuchtziel

    - Erhaltung der genetischen Basis.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 159%

    - Hornung: gehörnt

    - Milchleistung: wird leistungsmäßig nicht erfasst

    - Erstlammalter: 11 Monate

    Beschreibung

    Stämmige Hochgebirgsrasse. Kurzer Kopf. Stirn und Maul breit. Leicht abstehende Ohren. Kurzer Hals. Gerader Rücken mit breiter Lende. Muskulöse Schenkel.

    Vordere Körperhälfte schwarz, hintere weiß. Langhaarig. Auch die weiblichen Tiere besitzen eine Stirnlocke. Behornt. Hörner der Böcke bis zu 80 cm lang.

    Herkunft

    Ursprünglich hauptsächlich in Unterwallis gezüchtete Rasse.

    Nach historischen Berichten soll sie nach Einwanderung afrikanischer Völker 930 n. Chr. In diese Gegend eingeführt worden sein. Die „Gletschergeis“ war lange Zeit die zahlenmäßig kleinste der anerkannten Rassen in der Schweiz.

    Zuchtziel

    - Erhaltung des Phänotyps.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 133%

    - Hornung: gehörnt

    - Milchleistung: wird leistungsmäßig nicht erfasst

    - Erstlammalter: 12 Monate

    Beschreibung

    Die Strahlenziege ist eine kräftig gebaute große stämmige Gebirgsziege mit langgestrecktem Körper. Die Tiere sind meist behornt, wobei auch die Geißen ein besonders mächtiges Horn entwickeln.

    Die Grundfarbe ist pechschwarz bis schwarzbraun mit den weißen Abzeichen der Bezoarziege. Die namengebenden weißen Strahlen im Gesichtsfeld reichen von der Hornbasis bis zum Maul. Bei männlichen erwachsenen Tieren sind die weißen Strahlen im Gesicht unterbrochen und nur wenige Zentimeter lang. Die Gliedmaßen sind vom Vorderfußgelenk und Sprunggelenk abwärts ebenfalls weiß geschient und von einem schmalen schwarzen Streifen durchzogen. Weiß sind weiters die Umgebung des Mauls sowie die Innenseite der Ohren und der Bereich des Afters.

    Das Haarkleid ist kurz bis mittellang. In ihren Eigenschaften ähnelt die Strahlenziege jenen der Pinzgauer Ziege, wobei die gute Milchleistung und das ruhigere Temperament hervorzuheben sind. Sie ist eine robuste, und genügsame Gebirgsziegenrasse, die für extreme Haltungsbedingungen gut geeignet ist.

    Herkunft

    Die „Pinzgauer Strahlenziege“ oder „gestriemte Ziege“ gilt neben der gemsfärbigen Pinzgauer Ziege als alte bodenständige Ziegenrasse des Salzburger und Tiroler Alpenraumes.

    Diese pechschwarzen Ziegen mit ihrer attraktiven Strahlenzeichnung waren bis zum 2. Weltkrieg noch häufig in den Gebirgsgauen von Vorarlberg bis Kärnten anzutreffen. Die Rassebereinigung im Dritten Reich machte jedoch auch vor den heimischen Ziegenrassen nicht halt und führte u.a. zu einem Haltungsverbot der Pinzgauer Strahlenziege.

    Der heutige Bestand an Strahlenziegen beschränkt sich auf kleinere Herden im Salzburger Pinzgau und in Tirol.

    Zuchtziel

    - Erhaltung des Phänotyps und der genetischen Vielfalt.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 127%

    - Hornung: gehörnt

    - Milchleistung: wird leistungsmäßig nicht erfasst

    - Erstlammalter: 11 Monate

    Beschreibung

    Die Bündner Strahlenziege hat ihren Ursprung im Kanton Graubünden. Sie ist eine sehr widerstandsfähige und temperamentvolle und anspruchslose Gebirgsziege, die heute auch im Mittelland vermehrt gezüchtet wird.

    Ihre Milchleistung ist mit weniger als 600 Kilogramm zwar bescheiden, wird aber auch unter härtesten Umweltbedingungen erbracht. Am schweizerischen Gesamtbestand hat die Bündner Strahlenziege einen Anteil von fünf Prozent.


    Ihren Namen verdankt sie den längs der Augen und Ohrenränder verlaufenden weißen Streifen, den sogenannten Strahlen. Die Lippen, die Rückseite der Oberschenkel, der Bauch sowie die Stiefelung sind ebenfalls weiß.
Die Bündner Strahlenziege wird als robust und gut berggängig bezeichnet.

    Die Ziege wurde bereits im 19. Jahrhundert beschrieben und seither gezüchtet. Für die Landschaftspflege in Bergregionen, ist die Bündner Strahlenziege gut geeignet.

    Rassenstandard

    - Die Widerristhöhe beim Bock beträgt ca. 85 cm, bei der Ziege ca. 75 cm. Der Bock wiegt minimal 75 kg, die Ziege 55 kg

    - Die Haut ist fein, die Haare sind kurz. Die Bündner Strahlenziege ist gehörnt oder hornlos. Die Farbe ist schwarz, weisse Abzeichen an Kopf, Gliedmassen und Schwanz, dunkle Bauchdecke

    - Die Milchleistung beträgt weniger als 600 kg, mit einem Fettanteil von 3.4% und einem Eiweissanteil von 3%. Die Laktationsdauer beträgt rund 220 Tage

    - Die Bündner Strahlenziege ist nach ca. 5 Monaten geschlechtsreif. Sie wirft ein bis 2 Junge. Die Tragzeit liegt bei rund 5 Monaten

    Rassenunreinheiten

    Farbe: Rot- und Graustich; Weisse Flecken grösser als ein Fünffrankenstück. Helle Baudecke, lange Schenkelhaare. 
Rassenunreinheiten werden bei den Böcken strenger beurteilt als bei den Ziegen.

    Beschreibung

    Angaben über die Prättigauer und die Engadiner Ziege decken sich in Bezug auf Körperbau, Haarkleid und Färbung weitgehend mit der heutigen Pfauenziege.

    Herkunft

    Früher in Graubünden und Tessin weitverbreitete Rasse.

    Nachdem sie bei der Rassenbereinigung für Ziegen in der Schweiz 1938 nicht offiziell anerkannt wurde, ging der Bestand stark zurück.

    Zuchtziel

    - Erhaltung der genetischen Variabilität.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 106%

    - Hornung: gehörnt

    - Milchleistung: wird leistungsmäßig nicht erfasst

    - Erstlammalter: 10 Monate

    Beschreibung

    Die Tauernschecken sind mittelrahmige Ziegen mit einem stabilen Fundament und zeichnen sie sich durch hochangesetzte gut ausgebildete Euter mit einer ansprechenden Milchleistung aus.

    Wie der Name sagt, ist die Rasse sehr lebhaft gefärbt. In der Scheckung sind schwarz, braun und weiß gleichermaßen vertreten, mitunter auch nur schwarz-weiß, wobei im Schulterbereich schwarze und braune Abzeichen, sowie eine weiße Blässe am Kopf, als charakteristisch gelten. Augen und Ohren sind pigmentiert. Die Beinfarbe ist schwarz bis gescheckt.

    Das Haarkleid ist kurz und ohne Behang. Beide Geschlechter sind gehörnt. Bei natürlicher Haltung sind die Tauernschecken sehr fruchtbar und besitzen ausgeprägte Muttereigenschaften.

    Herkunft

    Die Tauernschecken sind eine robuste, vitale und trittsichere österreichische Gebirgsrasse, die ihren züchterischen Ursprung im Raum der Hohen Tauern haben (Rauristal und Osttirol). Die dortigen Ziegenhalter waren schon immer bestrebt, Ziegen zu züchten, welche auf Grund ihrer Scheckung bei jeder Wettersituation auf den Hochalmen leichter zu finden waren.

    Erste Erwähnungen und Bilddarstellungen gescheckter Ziegen lassen sich bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Mit dem Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft nach dem 2. Weltkrieg wurden die Ziegenbestände und die Ziegenalpung stark zurückgedrängt. Durch besondere Bemühungen weniger Idealisten ist es gelungen, die hochgefährdete Rasse vor dem endgültigen Untergang zu bewahren.

    Zuchtziel

    - Erhaltung des Phänotyps und der genetischen Vielfalt.

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 170%

    - Hornung: gehörnt

    - Milchleistung: wird leistungsmäßig nicht erfasst

    - Erstlammalter: 11 Monate

    Fleischziegenrassen

    In Österreich gibt es nur eine klassische Fleischziegenrasse, die Burenziege. Sie stammt ursprünglich aus Afrika, wo Ziegenfleisch mitunter das beliebteste Fleisch der Bevölkerung ist und man sogar das Fleisch von Altziegen sehr schätzt. In Mitteleuropa gilt das Ziegen- genauer gesagt das Kitzfleisch unter Kennerkreisen als absolute Delikatesse. Fleischziegenrassen sind eher kleinrahmig, verfügen aber über großzügige Bemuskelung und eine besondere Ausprägung der wertvollen Teilstücke. Kitzfleisch ist sehr zart, feinfaserig, fettarm und besonders leicht verdaulich. Auf der Suche nach gesünderen Alternativen kommen immer mehr Konsumenten auch in Österreich auf den Geschmack von Kitzfleisch.

    Beschreibung

    Große, kompakte Ziege, weiß mit rotbraunem Kopf und Hals, weiße Blesse. Rumpf gelegentlich braun gescheckt.

    Kräftiger Kopf mit Ramsnase, lange Hängeohren.

    Breite fleischige Schultern, gut entwickelte Brust mit ausgeprägter Rückenwölbung. Breiter Rücken, muskulöse Beine.Kurzes weiches Haar, behornt.

    Sehr guter Fleischansatz mit hohen täglichen Zunahmen mit guten Ausschlachtungsprozenten, schmackhaftes, zartes Fleisch dem der typische Ziegengeruch fehlt. Hohe Fruchtbarkeit und gute Muttereigenschaften.

    Herkunft

    In Südafrika beheimatet – stammt von der Hottentottenziege ab die ihrerseits auf die importierte Nubische Ziege zurück geht. Weitere Einkreuzungen von Ziegen aus Europa und Indien.

    Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts schloß sich eine kleine Gruppe von Farmern mit dem Ziel zusammen, eine zur Fleischerzeugung geeignete Leistungsrasse zu entwickeln. Gründung des Zuchtverbandes im Jahr 1959. Seit 1964 gezielte Leistungsprüfung.

    Zuchtziel

    - Verbesserung der Fruchtbarkeit bei Erhaltung der guten Fleisch- und Mastleistung

    - Eigenschaften

    - Fruchtbarkeit: 180%

    - Hornung: gehörnt

    - Milchleistung: wird leistungsmäßig nicht erfasst